Schnellster Aufschlag Tennis: Die Rekorde und schnellsten Spieler

Emma Müller
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INDIAN WELLS, CA - MARCH 15: John Isner serves to Adrian Maninarino of France during the BNP Paribas Open at the Indian Wells Tennis Garden on March 15, 2016 in Indian Wells, California. (Photo by Matthew Stockman/Getty Images)

Wer den schnellster aufschlag tennis gesucht hat, stößt schnell auf eine Zahl: 263,4 km/h. Diese Geschwindigkeit erreichte der Australier Sam Groth am 9. Mai 2012 beim Challenger-Turnier in Busan, Südkorea. Guinness World Records führt Groths Aufschlag mit 263 km/h als schnellsten aufgezeichneten Aufschlag eines männlichen Tennisspielers.

Allerdings gibt es beim Tennis eine wichtige Unterscheidung: Der Rekord von Groth entstand bei einem Challenger-Turnier. Als schnellster Aufschlag auf ATP-Tour-Level gilt dagegen der 253,0-km/h-Aufschlag von John Isner aus dem Davis Cup 2016. Genau diese Unterscheidung erklärt, warum in verschiedenen Ranglisten unterschiedliche Zahlen auftauchen.

Wer hat den schnellsten Aufschlag im Tennis?

Der schnellste aufgezeichnete Aufschlag im professionellen Tennis stammt von Sam Groth. Der Australier schlug 2012 in Busan mit einer Geschwindigkeit von 263,4 km/h auf. Der Aufschlag gelang ihm gegen den Weißrussen Uladzimir Ignatik.

Bemerkenswert ist, dass Groth an diesem Tag nicht nur einen extrem schnellen Ball schlug. Im selben Match wurden auch Aufschläge mit 255,7 km/h und 253,5 km/h gemessen. Trotz dieser außergewöhnlichen Geschwindigkeit verlor Groth die Partie mit 4:6 und 3:6.

RekordSpielerGeschwindigkeitJahrWettbewerb
Schnellster aufgezeichneter AufschlagSam Groth263,4 km/h2012Challenger in Busan
Schnellster ATP-Tour-Level-AufschlagJohn Isner253,0 km/h2016Davis Cup
Schnellster Wimbledon-AufschlagGiovanni Mpetshi Perricard246,2 km/h2025Wimbledon
Schnellster WTA-Aufschlag, häufig geführter RekordSabine Lisicki210,8 km/h2014Stanford

Warum gilt Sam Groths Rekord nicht einfach als ATP-Rekord?

Hier liegt die wichtigste Besonderheit beim Thema schnellster Aufschlag Tennis. Groths 263,4 km/h wurden bei einem Challenger-Event gemessen und nicht bei einem regulären ATP-Tour-Turnier.

Der Aufschlag wurde zwar mit zugelassener Messtechnik erfasst; Tennis Australia berichtete damals außerdem, dass die ATP die verwendete Ausrüstung als geeignet bestätigte und die übrigen Messwerte im normalen Bereich lagen.

Für den Vergleich von Tour-Rekorden wird deshalb häufig zwischen dem schnellsten jemals aufgezeichneten Aufschlag und dem schnellsten Aufschlag auf ATP-Tour-Level unterschieden. John Isner erreichte 2016 im Davis Cup 253,0 km/h und wird für diese Kategorie als Referenz genannt.

Das ist auch der Grund, warum eine Liste mit „schnellster Aufschlag“ und eine offizielle Tour-Statistik nicht zwangsläufig dieselbe Nummer an erster Stelle zeigen.

Die schnellsten Aufschläge der Tennisgeschichte

Neben Sam Groth haben mehrere Spieler die Marke von 250 km/h erreicht oder sich ihr sehr stark angenähert. Zu den bekannten Aufschlag-Spezialisten gehören John Isner, Ivo Karlović, Jerzy Janowicz, Milos Raonic und Andy Roddick.

Eine Auswahl der höchsten aufgezeichneten Geschwindigkeiten zeigt, wie eng die Spitzengruppe beieinanderliegt:

SpielerHöchstgeschwindigkeitBesonderheit
Sam Groth263,4 km/hSchnellster aufgezeichneter Aufschlag
Albano Olivetti257,5 km/hEbenfalls bei einem Challenger-Event
John Isner253,0 km/hSchnellster Tour-Level-Wert
Ivo Karlović251,0 km/hEiner der bekanntesten Aufschlagriesen
Jerzy Janowicz251,0 km/hErreichte ebenfalls die 250-km/h-Marke
Milos Raonicrund 250 km/hEiner der stärksten Aufschläger seiner Generation
Andy Roddick249,4 km/hLangjähriger Rekordhalter und US-Tennisstar
Giovanni Mpetshi Perricard246,2 km/hWimbledon-Rekord 2025

Die Werte stammen aus unterschiedlichen Wettbewerben und Messsituationen. Deshalb sollte man sie nicht ohne diesen Kontext als eine vollständig einheitliche Rangliste betrachten.

Wie schnell war der Aufschlag von John Isner?

John Isner schlug 2016 einen Aufschlag mit 253,0 km/h. Der Amerikaner erzielte diesen Wert im Davis Cup gegen Australien. Damit liegt er unter Groths 263,4 km/h, sein Wert ist aber besonders relevant, weil er auf Tour-Level erzielt wurde.

Isner war über viele Jahre für seinen extrem druckvollen Aufschlag bekannt. Seine Körpergröße von etwa 2,08 Metern verschaffte ihm einen großen Treffpunkt und half ihm dabei, den Ball mit einem steilen Winkel in Richtung Aufschlagfeld zu beschleunigen.

Seine Stärke bestand allerdings nicht nur aus der maximalen Geschwindigkeit. Ein guter Aufschlag muss auch platziert werden, Spin erzeugen und den Returnspieler unter Druck setzen. Ein etwas langsamerer Aufschlag an die richtige Stelle kann deshalb effektiver sein als ein maximal harter, aber schlecht platzierter Ball.

Wer hat den schnellsten Aufschlag in Wimbledon?

Bei Wimbledon wurde 2025 ein neuer Geschwindigkeitsrekord aufgestellt. Der Franzose Giovanni Mpetshi Perricard schlug gegen Taylor Fritz mit 153 mph beziehungsweise 246 km/h auf. Damit übertraf er den bisherigen Wimbledon-Rekord von Taylor Dent aus dem Jahr 2010.

Der Rekord kam gleich zu Beginn der Partie. Besonders kurios: Fritz konnte den extrem schnellen Aufschlag tatsächlich mit dem Schläger erreichen und gewann anschließend sogar den Punkt.

Mpetshi Perricard ist mit etwa 2,03 Metern außergewöhnlich groß. Seine Körpergröße unterstützt einen hohen Treffpunkt und ist ein wichtiger Bestandteil seines gefährlichen Aufschlagspiels.

Der Wimbledon-Rekord ist jedoch nicht mit dem absoluten Tennisrekord gleichzusetzen. Die 246 km/h liegen deutlich unter den 263,4 km/h von Sam Groth.

Wer hat den schnellsten Aufschlag im Damentennis?

Auch im Damentennis wurden außergewöhnliche Geschwindigkeiten gemessen. Sabine Lisicki schlug 2014 beim WTA-Turnier in Stanford einen Aufschlag mit 210,8 km/h. Dieser Wert wird häufig als Rekord im offiziellen Damentennis geführt.

In einigen Rekordlisten wird außerdem Georgina García Pérez mit einem Aufschlag von etwa 220 km/h genannt. Hier ist jedoch Vorsicht angebracht: Die Messung und die Einordnung unterscheiden sich je nach Quelle und Wettbewerb. Deshalb sollte die Zahl nicht ohne Kontext als eindeutig anerkannter WTA-Rekord dargestellt werden.

Für Leser, die nach einem eindeutig dokumentierten und häufig anerkannten WTA-Wert suchen, bleibt Lisickis 210,8 km/h eine wichtige Referenz.

Warum kann ein Tennisaufschlag überhaupt so schnell werden?

Die Geschwindigkeit eines Aufschlags entsteht nicht allein durch Muskelkraft. Entscheidend ist eine Kombination aus Beinarbeit, Rumpfrotation, Schulterbewegung, Armgeschwindigkeit, Treffpunkt und präzisem Timing.

Der Bewegungsablauf beginnt bereits mit dem Ballwurf. Anschließend erzeugt der Spieler über Beine und Hüfte Energie, die über den Oberkörper und die Schulter bis in den Arm und schließlich in den Schläger übertragen wird.

Besonders wichtig ist der sogenannte kinetische Ablauf: Die einzelnen Körpersegmente arbeiten nacheinander. Wenn Timing und Bewegungsablauf stimmen, kann ein Spieler deutlich mehr Schlägerkopfgeschwindigkeit erzeugen, als es allein durch die Kraft des Arms möglich wäre.

Auch die Körpergröße spielt eine Rolle. Große Spieler wie Isner oder Mpetshi Perricard können den Ball sehr hoch treffen und dadurch günstige Winkel erzeugen. Trotzdem garantiert Größe allein keinen Weltklasse-Aufschlag.

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Ist ein schneller Aufschlag automatisch ein guter Aufschlag?

Nein. Geschwindigkeit ist nur ein Teil eines guten Aufschlags.

Ein erfolgreicher Aufschläger kombiniert normalerweise mehrere Faktoren:

  • Geschwindigkeit
  • Platzierung
  • Spin
  • Variation
  • Genauigkeit
  • Täuschung
  • Wiederholbarkeit

Ein Spieler kann beispielsweise einen Aufschlag mit 220 km/h schlagen, der genau auf den Körper des Gegners zielt. Ein anderer Spieler kann 240 km/h erreichen, aber immer wieder in dieselbe Ecke servieren. In einem Match kann der erste Aufschlag deshalb durchaus effektiver sein.

Das erklärt auch, warum Rekordhalter nicht automatisch die erfolgreichsten Tennisspieler sind. Ein schneller Aufschlag hilft, aber Titel werden über das gesamte Spiel gewonnen.

Wie viel Zeit bleibt bei einem extrem schnellen Aufschlag?

Bei einem Aufschlag mit mehr als 250 km/h ist die verfügbare Reaktionszeit extrem kurz. Allerdings bewegt sich der Ball nicht über die gesamte Flugstrecke mit derselben Geschwindigkeit, weil Luftwiderstand und Spin ihn abbremsen.

Außerdem muss der Returnspieler nicht erst warten, bis der Ball das Netz überquert. Profis lesen bereits den Ballwurf, die Körperposition und die Schlagbewegung des Gegners. Dadurch beginnt die Reaktion teilweise schon vor dem eigentlichen Treffmoment.

Genau deshalb ist professionelles Returnspiel eine Mischung aus Antizipation und sehr schneller Reaktion. Ein Weltklassespieler versucht nicht nur, den Ball nach dem Aufschlag zu sehen, sondern möglichst früh zu erkennen, wohin er kommt.

Schnellster Aufschlag im Tennis: Was ist der aktuelle Stand?

Nach den derzeit dokumentierten Rekorden bleibt Sam Groths 263,4-km/h-Aufschlag aus dem Jahr 2012 die zentrale Referenz für den schnellsten aufgezeichneten Aufschlag im Tennis. Guinness World Records führt Groth mit 263 km/h.

Für einen Tour-Level-Vergleich ist John Isners 253,0 km/h besonders relevant. Gleichzeitig zeigt der Wimbledon-Rekord von Giovanni Mpetshi Perricard mit 246 km/h im Jahr 2025, dass auch die jüngere Generation weiterhin extreme Geschwindigkeiten erreicht.

Die Zahlen sollten daher immer mit dem jeweiligen Wettbewerb betrachtet werden. „Schnellster Aufschlag aller Zeiten“, „schnellster ATP-Aufschlag“ und „schnellster Wimbledon-Aufschlag“ sind drei unterschiedliche Rekordkategorien.

Häufig gestellte Fragen

1. Wer hat den schnellsten Aufschlag im Tennis geschlagen?
Sam Groth hält mit 263,4 km/h den bekanntesten Rekord für den schnellsten aufgezeichneten Aufschlag. Er erzielte ihn 2012 bei einem Challenger-Turnier in Busan.

2. Wie schnell war der schnellste Tennisaufschlag?
Der Rekordwert von Sam Groth beträgt 263,4 km/h, häufig gerundet als 263 km/h angegeben.

3. Wer hat den schnellsten ATP-Aufschlag?
John Isner erreichte 2016 im Davis Cup 253,0 km/h. Dieser Wert wird häufig als schnellster Tour-Level-Aufschlag geführt.

4. Wer hat den schnellsten Aufschlag bei Wimbledon?
Giovanni Mpetshi Perricard stellte 2025 mit 246 km/h den Geschwindigkeitsrekord von Wimbledon auf.

5. Wer hat den schnellsten Aufschlag im Damentennis?
Sabine Lisicki erreichte 2014 in Stanford 210,8 km/h. Dieser Wert wird häufig als Rekord im offiziellen Damentennis genannt.

6. Ist der schnellste Aufschlag automatisch der beste Aufschlag?
Nein. Platzierung, Spin, Variation und Genauigkeit sind ebenfalls entscheidend. Ein etwas langsamerer, gut platzierter Aufschlag kann für den Gegner schwieriger zu returnieren sein.

7. Warum unterscheiden sich Angaben zum schnellsten Aufschlag?
Weil Aufschläge bei unterschiedlichen Turnierstufen und mit unterschiedlichen Messbedingungen erfasst wurden. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen Challenger-Rekorden, ATP-Tour-Level-Rekorden und Turnierrekorden wie Wimbledon.

Conclusion

Der schnellste Aufschlag im Tennis erreichte bislang beeindruckende 263,4 km/h. Sam Groth erzielte diesen Wert 2012 in Busan und bleibt damit die wichtigste Referenz für den höchsten aufgezeichneten Wert.

Wer ausschließlich auf Tour-Level schaut, kommt dagegen auf John Isners 253,0 km/h. Und Wimbledon zeigte 2025 mit Giovanni Mpetshi Perricards 246-km/h-Aufschlag, dass die Jagd nach immer höheren Geschwindigkeiten weitergeht.

Für Tennisfans lohnt sich deshalb nicht nur der Blick auf die höchste Zahl. Spannender ist die Kombination aus Tempo, Präzision, Spin und der Fähigkeit, einen schnellen Aufschlag im entscheidenden Moment effektiv einzusetzen.

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Emma Müller ist eine deutsche Autorin und Redakteurin bei tagmagazin.de, wo sie mit viel Neugier und Gespür für relevante Themen über Lifestyle, Trends und Alltagsthemen schreibt. Ihre Artikel zeichnen sich durch einen lebendigen, nahbaren Schreibstil aus, der Leserinnen und Leser direkt anspricht und zum Weiterlesen einlädt. Mit einem feinen Gespür für das, was Menschen bewegt, verbindet sie fundierte Informationen mit unterhaltsamer Erzählweise und schafft so Inhalte, die informieren und gleichzeitig Freude bereiten.
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